Karne­val

Lazarus Strohmanus

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Seit 1700 Jahren gehört die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus zu Jülich wie die Rur und der Hexenturm. „Da weinte die Anna, Susanna, de Philepina, de Katharina – Oh, du armer Lazarus“ so theatralisch klagend zieht die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus zum Kehraus-Tag durch Jülich. Ein Umzug mit über 300-jähriger Tradition.

Aber nicht nur Gesänge, zu denen alljährlich neue Spottverse hinzugedichtet werden, bringen die Lazarus-Brüder den Schaulustigen mit. Wie sie in ihrem „Nationallied“ beim rund zehn Kilometer langen Marsch durch die Straßenzüge Jülichs singen: „Op jede Eck wied er jepreck“. Der namensgebende Patron „Lazarus Strohmanus“, also der Strohmann namens Lazarus, wird mit dem Sprungtuch in die Höhe geworfen und muss geschickt von den Tuchträgern wieder aufgefangen werden. Geht das Manöver daneben, ist eine „Runde“ fällig. Übrigens gehören die alkoholischen Stärkungen in den ortseigenen Lokalitäten fest zum Ritual. Zwischen 9 und 18 Uhr hat „der Lazarus“, wie die Gemeinschaft landläufig von den Jülichern genannt wird, nicht weniger als zwölf Stationen zu absolvieren. Da ist es gut, dass zusätzlich zum Gehen auch noch das Tanzen auf dem Bewegungsplan steht. 

Wer nicht zu den Tuchträgern gehört, reiht sich in die Besengruppe ein. In Ruhestellung geschultert, hat der mit bunten Papierrosen geschmückte Reisigbesen verschiedene Einsatzmöglichkeiten: Er wird geschwungen, ist Accessoire beim Tanz und dient als Spalier. Denn auf jedes Aufwerfen, also „precken“, folgt der Reigen mit der Strohpuppe. 

Streng betont wird, dass es sich bei den Gesellschaftern nicht um Karnevalisten handelt. Brauchtum heißt das Zauberwort. So tragen Mitglieder um ihren Präsidenten Hein Ningelgen auch keine Narrenkappe, sondern eine Art „Fez“ – gestreift in weiß rot und grün. Mit blauem Kittel, weißer Hose und schwarzem Stiefeln ist der „Lazarus“ fertig angezogen – das gilt für die Menschen wie die Puppe. 

Und beide entkleiden sich am Ende des Tages – die Strohpuppe nur etwas früher. Sie wird nämlich, nachdem sie stellvertretend für alle Sünderlein neun Stunden verspottet, verhöhnt und durch die Luft geworfen wurde, „nackig“ ihrem nassen Grab in der Rur übereignet. Endlich einen Strohmann für die eigene Fehlbarkeit geopfert zu haben, feiern die Jülicher ein letztes Mal in der Session – mit einem Höhenfeuerwerk. 

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